Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg. Manche Wege sind leicht, andere führen über Umwege, durch schwierige Zeiten oder werden ein Stück weit gemeinsam gegangen. Beim Caritas-Sammlungsgottesdienst am Samstag, 26. September, in der Stadtpfarrkirche St. Magdalena in Herzogenaurach standen genau diese unterschiedlichen Lebenswege im Mittelpunkt. Sichtbar wurde das durch ein ungewöhnliches Bild: Vor dem Altar versammelten sich zahlreiche Schuhe – so vielfältig wie die Menschen, denen die Caritas tagtäglich begegnet.
Unter dem Motto „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.“ feierten zahlreiche Besucherinnen und Besucher gemeinsam den Auftakt der diesjährigen Caritas-Herbstsammlung. Bei strahlendem Herbstwetter wurde dabei nicht nur über Zusammenhalt gesprochen, sondern ganz konkret sichtbar gemacht, wie vielfältig die Wege sind, auf denen Menschen einander begegnen und unterstützen.
Viele Wege, viele Menschen, ein gemeinsames Miteinander
Zu Beginn begrüßte Verena Zepter, Leitung der Allgemeinen Sozialen Beratungsstelle, die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher und führte in das diesjährige Thema ein. Dabei lenkte sie den Blick auf die verschiedenen Schuhe vor dem Altar.
„Die Schuhe heute vorne am Altar erzählen die Geschichten der Menschen, die zu uns kommen“, erklärte sie. Das bekannte Bild, nicht über einen Menschen zu urteilen, bevor man nicht „in seinen Schuhen gelaufen“ sei, wurde dabei zum Leitgedanken des Gottesdienstes. Die Schuhe standen zugleich für die Vielfalt der Menschen und Lebenswege, denen die Caritas in ihrer täglichen Arbeit begegnet.
Auch Dekan Michael Pflaum begrüßte die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher herzlich und freute sich besonders darüber, dass zahlreiche Mitarbeitende der Caritas den Gottesdienst mitgestalteten. Gespannt war er auf die Einblicke in die Arbeit des Verbandes und würdigte die Unterstützung, die Menschen durch die Caritas erfahren.
Mit einem Augenzwinkern verwies er dabei auch auf die Schuhe vor dem Altar: Wenn ein Gottesdienst in Herzogenaurach stattfinde, dürften natürlich auch Schuhe von Adidas und Puma nicht fehlen.
Caritas-Arbeit vor Ort: vielfältig und nah an den Menschen
In mehreren kurzen „Blitzlichtern“ erhielten die Besucherinnen und Besucher Einblicke in unterschiedliche Arbeitsbereiche der Caritas. Die Beiträge machten sichtbar, wie vielfältig die Situationen sind, in denen Menschen Unterstützung benötigen – von der Quartiersarbeit und der Caritas Boutique über die Allgemeine Soziale Beratung, die Schulden- und Insolvenzberatung sowie die Flüchtlings- und Integrationsberatung bis hin zu pflegerischen Unterstützungsangeboten, der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung und der Unterstützung von Menschen, die von psychischen Erkrankungen betroffen sind.
So wurde deutlich: Die Caritas ist an vielen Stellen für Menschen da und schafft Verbindungen zwischen Menschen, Generationen und unterschiedlichen Lebenssituationen. Was die einzelnen Angebote verbindet, ist der gemeinsame Anspruch, Menschen nicht allein zu lassen, sondern ihnen dort Unterstützung zu geben, wo sie gebraucht wird.
Gemeinsam statt gegeneinander
In seiner Predigt griff Dekan Michael Pflaum das Leitmotiv der Herbstsammlung auf und schlug eine Brücke zwischen dem Caritas-Engagement und Herzogenaurach. Dabei wurde deutlich: „Zusammen geht was“ ist mehr als ein Kampagnenmotto. Es beschreibt eine Haltung, die das gesellschaftliche Miteinander trägt.
Zum Abschluss des Gottesdienstes griff auch Peter Reil, geschäftsführender Vorstand des Caritasverbandes für die Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt/Aisch e.V., diesen Gedanken in seinen Schlussworten auf. Er erinnerte daran, dass gemeinsames Handeln gerade beim Blick auf die verschiedenen Generationen wichtig ist. Ältere Menschen benötigen Unterstützung, während jüngere Menschen von der Erfahrung und dem Wissen älterer Generationen profitieren können. Gleichzeitig ist Hilfe keine Einbahnstraße: Menschen jeden Alters können etwas beitragen und füreinander da sein.
„Alleine geht manches. Gemeinsam geht mehr. Und manchmal geht es eben nur gemeinsam“, brachte Reil den Gedanken der diesjährigen Sammlung auf den Punkt.
Herbstsammlung unterstützt Quartiersarbeit
Mit dem Sammlungsgottesdienst ist zugleich die diesjährige Caritas-Herbstsammlung gestartet. Der Spendenerlös fließt in diesem Jahr in die Quartiersarbeit. Der Caritasverband für die Stadt Erlangen und den Landkreis Erlangen-Höchstadt/Aisch e.V. setzt sich gemeinsam mit der Stadt Erlangen im Projekt „Gemeinsam pERspektiven schaffen“ gezielt gegen Altersarmut ein.
Quartiersarbeit schafft Begegnung im direkten Lebensumfeld der Menschen und erleichtert den Zugang zu Beratung und Unterstützung. Angebote wie das Samstags-Café oder das Pop-Up-Kleidercafé schaffen unkomplizierte Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und bei Bedarf konkrete Hilfe zu erhalten.
Mit einer Spende zur Caritas-Herbstsammlung können Sie diese wichtige Arbeit unterstützen und dazu beitragen, dass Menschen in unserer Region nicht allein bleiben. Jeder Beitrag hilft dabei, Begegnung zu ermöglichen, Vertrauen aufzubauen und neue Perspektiven zu schaffen.
Dank für Engagement und Unterstützung
Ein besonderer Dank galt Dekan Michael Pflaum und der Pfarrgemeinde St. Magdalena, die den Caritas-Sammlungsgottesdienst in Herzogenaurach ermöglicht und gemeinsam mit dem Caritasverband gestaltet haben.
Zum Abschluss nutzte Peter Reil die Gelegenheit, einer besonderen Persönlichkeit für ihr langjähriges Engagement zu danken: der Herzogenauracherin und Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Ille Prockl-Pfeiffer, die den Aufsichtsrat im Oktober verlassen wird. Für ihre zahlreichen ehrenamtlichen Stunden, ihre Expertise, ihr Netzwerk und ihre Begleitung des Verbandes erhielt sie den herzlichen Dank der Caritas und den Applaus der Gottesdienstbesucherinnen und -besucher.
Der Sammlungsgottesdienst hat damit nicht nur den Auftakt zur Herbstsammlung gebildet, sondern auch gezeigt, was das diesjährige Motto ganz konkret bedeutet: Menschen kommen zusammen, bringen ihre unterschiedlichen Erfahrungen ein und unterstützen einander.
Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen.