Erzbischof Dr. Ludwig Schick - Fördermittel von der bischöflichen Stiftung „Kinderreich“

 

Lobbyarbeit für Kinderreiche

Es gibt nicht genug bezahlbaren Wohnraum. Dies war das Hauptproblem kinderreicher Familien, das beim Austausch von Erzbischof Dr. Ludwig Schick mit Beraterinnen und Beratern der Caritas zur Sprache kam. Die Begegnung fand in der Zentrale des Caritasverbandes für die Erzdiözese Bamberg statt. Anlass war die Übergabe von Fördergeldern, die die bischöfliche Stiftung „Kinderreich“ für Einzelfallhilfe und Projekte zur Verfügung stellt.
Es fehlen Sozialwohnungen und es werden insgesamt zu wenige Wohnungen errichtet, berichtete Ute Böhm von der Caritas Fürth. Und wenn gebaut werde, seien die Wohnungen meist zu teuer. Daher helfe die Caritas ihren Klienten bei der Wohnungssuche. Dabei engagiere sich auch ein Ehrenamtlicher.
Daher verwundert nicht, dass die Einzelfallhilfen der Stiftung, die über die Caritas-Beratungsstellen an Familien mit geringem Einkommen weitergegeben werden, diese gerade bei Wohnungseinrichtung und Haushaltsgeräten unterstützen. So kommt ein Zuschuss einer siebenköpfigen Familie aus Syrien zugute, die nach ihrem Auszug aus der Flüchtlingsunterkunft in einer spartanisch eingerichteten Wohnung lebt und Möbel und Haushaltsgegenstände benötigt. Einer Familie mit fünf Kindern wurde ein Wäschetrockner finanziert, weil es Probleme bereitete, im Winter die viele Wäsche an der Luft zu trocknen. Insgesamt bewilligte die Stiftung „Kinderreich“ 31 Anträge auf Einzelfallhilfe in einer Gesamthöhe von 25.250 Euro.

Kinderreich DSC 0793 23652rAußerdem erhielten zwei Caritas-Projekte Förderungen. 4000 Euro gingen an das Projekt „Stadtteilmütter Känguru und Treffpunkt Kaleidoskop“. Mit ihm engagiert sich die Caritas Coburg im Stadtteil Wüstenahorn. Das Projekt bietet außerschulische Bildung und Gesundheitsvorsorge für Mütter und Kinder an; interkulturelle und interreligiöse Angebote stärken den Zusammenhalt der Familien, die unterschiedlicher Herkunft sind.
1250 Euro unterstützen die Familienbildungsmaßnahme „Fit für Familie“ der Caritas Erlangen. Sie wendet sich an Familien, in denen Eltern oder Kinder psychisch krank, körperbehindert oder Opfer von Gewalt sind. Oft ist ein Elternteil alleinerziehend. Die Caritas unternimmt mit den Familien einwöchige Familienbildungsmaßnahmen in der Jugendherberge Pottenstein. Sie dienen dazu, dass die Familie mehr Zeit mit den Kindern hat. Dazu gibt es Beratung, Einzelgespräche und Vermittlung von Hilfen. Regelmäßige Nachtreffen mit psychologischer und pädagogischer Betreuung stellen sicher, dass die Familien auch danach nicht alleingelassen sind.
Erzbischof Dr. Ludwig Schick betonte, ihm gehe es darum, dass kinderreiche Familien sich über ihren Reichtum auch freuen können. Leider bedeute Kinderreichtum oft materielle Armut: „Mich wundert, welche Nöte es in unserer Gesellschaft gibt“. Daher gelte es, den Wert und die Bedeutung dieser Familien für die Gesellschaft wieder mehr bewusst zu machen. Die Aufgabe der Stiftung nannte der Bischof daher „Lobbyarbeit für Kinderreiche“.