Archiv 2014

Wenn Eltern sich trennen, sind sie häufig mit ihrer neuen Familiensituation und ihren Gefühlen stark verunsichert. „Wir haben doch etwas gemeinsam, unsere Kinder liegen uns am Herzen“ - diese Aussage sich trennender Eltern trifft zu und dennoch wird das gemeinsame Anliegen oft zur scheinbar unlösbaren Aufgabe. Schon die Frage, wer sagt es wie den Kindern, ist schwierig.

Meist versuchen Eltern den Kindern zu erklären: „Wir trennen uns, weil Papa und Mama sich nicht mehr lieb haben, aber wir werden immer eure Eltern bleiben.“ Die Erfahrung zeigt, dass es manchen Eltern gut gelingt, diese Vorsätze zu beherzigen.

Und andere haben Mühe, mit dieser Aufgabe, Eltern zu bleiben angesichts einer Trennung.

Sie geraten leicht in eskalierende Konflikte mit dem Ex-Partner. Geschieht dies häufig, erhöhen sich Risiken für eine gute Entwicklung der Kinder.

"Die Gestaltung der familiären Beziehungen nach der Trennung der Eltern hat einen bedeutsamen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Die meisten Kinder belastet eine Scheidung oder Trennung der Eltern sehr ... Kinder brauchen Zeit, um sich in der neuen Lebens- und Familiensituation wieder zurechtzufinden." Dies ist im Monitor Familienforschung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu lesen. "Sie brauchen Empathie und Orientierung von Erwachsenen, um die Krise verarbeiten zu können." (Quelle: ebd)

Kinder im Blick - so heißt ein Kursangebot für getrennt lebende Eltern, das helfen soll, Beziehung und Kommunikation mit dem Ex-Partner zu erleichtern und das so dem Wohl der Kinder dient.

Im Frühjahr 2013 haben sich neun Teilnehmer/innen  ein Mal die Woche für drei Stunden an sechs Abenden zu diesem Kurs getroffen. Sie haben den Aufwand nicht gescheut und sich in ihrer Trennungssituation an der Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbandes für den Landkreis Erlangen-Höchstadt in Herzogenaurach von einer Diplom-Sozialpädagogin und einem Diplom-Psychologen Unterstützung geholt.

Für den anderen Elternteil wurde parallel der gleiche Kurs in der Jugend- und Familienberatungsstelle der Stadt Erlangen angeboten, sodass beide Elternteile unabhängig voneinander an diesem Kurs teilnehmen konnten. Diese Form erleichtert die Auseinandersetzung mit den schwierigen Situationen.

Drei Monate nach Kursende kamen die Teilnehmer wieder zum Nachtreffen. Hat sich der Kurs gelohnt? Was hat jeder einzelne Teilnehmer mit genommen? Welche neuen Anregungen und Fertigkeiten waren für den Alltag brauchbar?

Und so waren die wichtigsten Erkenntnisse:

Eine Trennung ist eine riesige, emotionale Herausforderung für alle Beteiligten. Dazu kommen die neue Elternrolle, die Erziehung der Kinder, die wirtschaftlich neue Situation, die Reaktionen des Umfeldes und häufig zusätzlich Streitigkeiten bei Jugendamt und Familiengericht. In dieser aufwühlenden Zeit ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren und „eigene Inseln im Stressmeer“ zu finden. Bei schwierigen Gesprächen hilft es, den „Pausenknopf“ zu drücken, bevor die Situation eskaliert und die Muster der Eskalationen zu kennen. Es entlastet, sich mit anderen Betroffenen in der Gruppe austauschen zu können und macht es möglich, sich für die Perspektive der anderen Elternseite in einer entspannten Situation zu öffnen. Und es tut gut, sich verstanden zu fühlen und sich immer wieder Mut und Hoffnung für gute Lösungen zu holen.

Eine neue Gruppe findet im Frühjahr 2014 statt, in Herzogenaurach jeweils montags, in Erlangen jeweils dienstags von 18:00 bis 21:00. Start ist der 05. Mai (Herzogenaurach) bzw. der 06. Mai (Erlangen).

Weitere Informationen zum Elternkurs „Kinder im Blick“ finden Sie unter www.kinderimblick.de oder persönlich über die folgenden Adressen:

  • Erziehungsberatungsstelle des Caritasverbandes für den Landkreis Erlangen-Höchstadt in Herzogenaurach, Tel.: 09132 / 80 88
  • Jugend- und Familienberatungsstelle für die Stadt Erlangen, Tel.: 09131 / 86 22 95

Anmeldungen werden an beiden Stellen angenommen.