Archiv 2017

eb taetigkeit titelTitelbild des aktuellen TätigkeitsberichtesWie jedes Jahr stellt die Erziehungsberatungsstelle im ersten Quartal eines Jahres ihren Bericht des vorangegangenen Jahres vor. Was davon könnte Sie interessieren und zum Weiterlesen motivieren?

Wenn Sie ein Fan von Zahlen sind, dann finden Sie gleich hier eine überblicksartige Zusammenschau der seit drei Jahren kontinuierlich gestiegenen Fallzahlen.

 

Fallzahlen 2016

Gesamtzahl der Klienten       978 / Vorjahr     950
           Neuanmeldungen            498 / Vorjahr     486
           Abschlüsse                       477 / Vorjahr     470
           Beratungskontakte         4738 / Vorjahr   4551

Die Erweiterung der personellen Besetzung von 5,3 auf 6,3 Planstellen war ein überaus erfreulicher Schritt im Jahr 2016. Hierfür soll an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die Kosten- und Entscheidungsträger im Caritasverband, im Landkreis Erlangen-Höchstadt und im Bezirk Mittelfranken ausgesprochen werden. Danke dass wir mit unserem Signal der seit 2013 um 23,5 % gestiegenen Fallzahlen in den relevanten Gremien Gehör fanden und eine Stellenerweiterung erreichen konnten. Mit einer Diplompsychologin und einem Diplompädagogen, beide in Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, konnten wir diese Stelle auch sehr qualifiziert besetzen und freuen uns über den frischen Wind und die fachlichen Impulse durch unsere Neuzugänge. Weitere Veränderungen zu den Vorjahren sind die Etablierung einer zweiten Wetterfest-Gruppe (Begleitung des Übergangs Kita-Schule) im östlichen Landkreis, Wochenende für allein Erziehende in Kooperation mit der Sozialen Beratung des Caritasverbandes auf Burg Hoheneck und der Umzug der Außenstelle Eckental in neue Räumlichkeiten.

Wenn Sie sich fragen, was es mit dem Titelbild auf sich hat – die Zeichnung stammt aus der Feder unseres Mitarbeiters Alois Ott und diente zur Bewerbung unserer Angebote „Leinen los“ für Eltern und junge Heranwachsende mit dem Ziel gelingender Verselbständigung. Dieses inhaltliche Schwerpunktthema Adoleszenz von 2015 haben wir 2016 fortgesetzt und in verschiedenen Veranstaltungen und Angeboten konkretisiert. Eine davon mit dem Titel „Auf Messers Schneide“ thematisierte das Spannungsfeld zwischen Entwicklungsirritationen und pathologischen Prozessen im Jugendalter und fand hohen Zuspruch. Im Rahmen unserer Präventionsarbeit fanden insgesamt ca. 40 Veranstaltungen der Beratungsstelle alleine oder in Kooperation mit anderen Institutionen statt. Die Bandbreite der Themen reicht von „Wenn Paare Eltern werden“ über „Wozu trotzt ein Kind“ bis zu AD(H)S und Pubertät. Neben der Beratungstätigkeit bietet die Erziehungsberatungsstelle Gruppen für Eltern, Kinder und Jugendliche zu verschiedenen Lebenssituationen an. Online-Beratung für Jugendliche (BIN), videogestützte entwicklungspsychologische Beratung (EPB)und die anonymisierte Beratung zu möglicher Kindeswohlgefährdung ergänzen die Angebotspalette. Was motiviert Eltern, sich an unsere Beratungsstelle zu wenden? Kommunikation und Beziehung sind häufig die Stichworte, die unsere Sekretärin als Anmeldegründe notiert. Was sich im konkreten dann hinter diesen Begriffen verbirgt ist vielschichtig und anspruchsvoll. Kann ich hören, was Du sagen willst, auch wenn es mir nicht passt? Kann ich sagen was ich möchte ohne Vorwürfe und Kränkungen zu provozieren? Und wo ist Platz für Inhalte fern von funktionalen Aspekten des Familienlebens in so verdichteten Zeiten? Platz für Anerkennung und Interesse für- und aneinander, für Sorgen, Nöte, Wünsche, Träume und Bedürfnisse? Zehn Minuten sprechen Eltern pro Tag mit ihren Kindern, so der Hirnforscher Gerald Hüther in einem Interview in der ZEIT (Januar 2017). Beziehungen leiden und Kommunikation verarmt, wenn sie sich erschöpft in Fragen nach Abholzeiten, Einkaufszetteln und Terminkoordination. Beziehungspflege, sei es zu Kindern oder dem Partner, ist keine Überflüssigkeit sondern erforderliche Fürsorge für ein wertvolles Gut. Stabile und befriedigende innerfamiliäre Beziehungen sind entscheidende Grundlagen für Individuen und Gesellschaft. „Familien sind die Säulen unserer Gemeinschaft“ formuliert Sebastian Heimann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Familienverbandes und wünscht sich eine Anerkennung dieser Tatsache in Öffentlichkeit und Politik. Dass Eltern als zentrale Faktoren dieser Säule „Familie“ Unterstützung suchen, zeigt unsere Statistik. Neben der Beratung in Familienfragen ist die Paarberatung der zweithäufigste Anmeldegrund (15,3,%) und in Verbindung mit dem Thema Trennung und Scheidung stehen in 36 % unserer Beratungen die Beziehungen der Eltern im Vordergrund. Aus dieser Beobachtung und dem Bestreben nach qualitativ guter und nachhaltiger Beratung entstand dieser neue inhaltliche Schwerpunkt für 2017. Elterliche Entwicklungsaufgaben wie z.B. die Balance zwischen Liebespaar und Elternpaar oder die Anpassung des Erziehungsverhaltens an die Entwicklung der Kinder gilt es zu lösen. Und wie es Eltern gelingt, sich bei Stress gegenseitig zu unterstützen ist gerade bei berufstätigen Eltern oder in besonderen Belastungssituationen wie Schulschwierigkeiten oder Krankheiten der Kinder ein wesentlicher Faktor befriedigender Beziehungen. Leicht vorzustellen, dass elterliche Spannungen sich auf deren Beziehungs- und Erziehungsfähigkeit und somit auf die Lebenssituation der Kinder auswirken. Eltern sind die zentralen Vorbilder für ihre Kinder – umso mehr ein Argument für die Unterstützung der Eltern in ihrem Bemühen um eine gute Paarbeziehung. Mit unserem Tätigkeitsbericht verbinden wir ein herzliches Dankeschön an die vielfältigen Kooperationspartner und Impulsgeber, die unsere Tätigkeit ermöglichen, unterstützen und bereichern. Und ein Dank an alle Eltern, die sich in Form der Beratung engagieren für sich und ihre Kinder. Das uns entgegengebrachte Vertrauen wissen wir zu schätzen. Und wir danken allen, die unserer Tätigkeit Interesse und Wertschätzung entgegenbringen. Um den vollständigen Tätigkeitsbericht einzusehen, klicken Sie im Menü unter "Beratung und Hilfe" oder direkt hier.